29.05.2018 Dienstag DLRG Bezirk Rhein-Mosel – Guter Start des SR1-Lehrgangs

Intensive und praxisnahe Ausbildung unter den Augen des Bundesausbilders Thilo Künneth

Strömungsretter sind Spezialisten in der Wasserrettung und Erstversorgung. Sie werden im Gegensatz zu Rettungsschwimmern immer im Team eingesetzt. Die Ausbildung zum Strömungsretter ist eine anspruchsvolle Zusatzausbildung zur Fachausbildung Wasserrettungsdienst. Voraussetzungen sind die bestandene Ausbildung zum Wasserretter und körperliche Fitness, die mit dem Coopertest und einer Schwimmprüfung nachzuweisen sind. Vorteilhaft ist auch eine Grunderfahrung im Klettern, insbesondere der Abseiltechniken. Zum Eigenschutz besitzen sie eine spezielle Ausrüstung, die sie vor Kälte und Verletzungen schützen soll.

Das Ausbildungsteam um Thilo Künneth, seines Zeichens Bundesbeauftragter der DLRG und damit der absolute Experte wenn es um Strömungsrettung in Deutschland geht, hieß die Teilnehmer aus ganz Rheinland-Pfalz und dem Saarland am Samstag Morgen im Lehrsaal der DLRG Ortsgruppe Andernach willkommen. Nach einer kurzen Einweisung startete die Prüfung der körperlichen Fitness für alle Teilnehmer mit dem Cooper-Test. Nach dieser ersten Hürde ging im Lehrsaal mit der theoretischen Ausbildung weiter. Diese umfasste Gefahren am Fließgewässer, gewässerspezifischen Besonderheiten, Kenntnisse der Hydrodynamik, Sicherheit und Verhalten in stark strömenden Gewässern und die Spezifika der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) eines Strömungsretter. 

Im Anschluss hieran ging für die Teilnehmer in die praktische Umsetzung. Angefangen mit dem Umgang und Handhabung der PSA, gefolgt von der zutreffenden Anwendung von Rettungsmitteln (Wurfseilen) mit der hiermit verbundenen zielgenauen Wurftechniken, das Knüpfen von einsatzspezifischen Knoten unter Stressbedingungen wie auch der Aufbau und die Risiken von Seilankern als Teil eines Seilsystems beendete den ersten von vier Ausbildungstagen. 

Der zweite Tag stand ausschließlich im Zeichen der praktischen Unterweisung. Zuerst wurden die zum Ende des ersten Tages gelernten Knoten nochmals vertieft, gefolgt vom Aufbau, Technik und die Wirkungsweise von Flaschenzügen, die zum Spannen von Seilsystemen unumgänglichen sind. Da in der Strömungsrettung nur wenig technisches Gerät verwendet werden sollte - immerhin muss im Einsatzfall alles Material an jedem Retter schwimmerisch in der Strömung transportiert werden - muss jeder Strömungsretter mit wenig Technik maximale Effizienz erreichen. Dies erfordert von den Teilnehmern ein gewisses Maß an technischem Verständnis. Im Anschluss daran ging es - für viele zum ersten Mal - auf den Strömungsretterturm der DLRG Andernach zum Abseilen. Das Abseilen ist für die angehenden Strömungsretter eine wichtige Voraussetzung, um sich im Einsatzfall einem Katastrophengebiet näheren zu können. 

Nachdem alle Teilnehmer das sichere Abseilen demonstrieren konnten, verlegte man die Ausbildung vom Gelände der DLRG Andernach zum Rheinufer unter die Eisenbahnbrücke bei Urmitz/Kaltenengers. Im Rhein lernten die Teilnehmer, was es heißt, sich in einem strömenden Gewässer als Retter zu bewegen und die am Vortag in der Theorie gehörten Aspekte praktisch zum erfahren und damit umzugehen. Und das war mit rund 30 Grad Lufttemperatur im 5 Millimeter dicken Neoprenanzug, Wildwasserweste, Helm, Schuhen, Handschuhen und Wurfseilen kein einfaches Unterfangen. Aber alle Rettungsübungen wie das Retten per Wurfleine, im schwimmerischen Einsatz mit Seil gesichert und ungesichert eine oder mehrere Personen zu retten und auch das Überwinden eines extra hierfür gebauten Hindernisses in der Strömung meisterten die Teilnehmer zur Zufriedenheit des Lehrgangsleiters. „Die Teilnehmer haben gezeigt, dass sie alle Aspekte des Vortages heute in der Praxis gut umsetzen konnten“, attestierte ein zufriedener Thilo Künneth, der damit auch die neuen Ausbildungsschwerpunkten als Bundesbeauftragter Strömungsrettung der DLRG als zielführende Entwicklung bescheinigte. An dieser Stelle ganz besonders der Dank an die DLRG Kameraden und Kameradinnen der Ortsgruppe Bad Salzig, für die Absicherung der Lehrgangseinheit mit Ihrem Rettungsboot.

Müde aber gut gelaunt mit vielen neuen Erkenntnissen, beendeten die Teilnehmer die erste Hälfte ihrer Ausbildung. Alle haben nun zwei Wochen Zeit, sich auf das finale Wochenende vorzubereiten, an denen sie abschließend bewertet werden und sich dann entscheidet, ob sie sich zukünftig Strömungsretter nennen dürfen oder nicht.

Kategorie(n)
Lehrgang, Strömungsrettung

Von: Leiter Verbandskommunikation

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