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Referat Rettungsschwimmen, Wasserrettungsdienst, Aufmacher

Mehr Ertrunkene in der Badesaison: DLRG warnt vor Risiken an Gewässern

Veröffentlicht: 23.09.2026
Autor: Leitung Verbandskommunikation

* Fast jeder dritte tödliche Unfall ereignete sich im Juni * Erneut mehr Opfer unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen * Rund 85 Prozent der Verunglückten waren männlich

Bad Nenndorf. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnete seit Jahresbeginn 320 tödliche

Wasserunfälle. Zwar liegt die Zahl damit unter dem Vorjahreswert (328), doch während der Badesaison kamen deutlich

mehr Menschen ums Leben als 2025: Zwischen Anfang Mai und dem Ende der Sommerferien (Stand: 15.9.) erfasste

die DLRG 248 Todesfälle, zwölf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Während es im Jahresverlauf zumeist

zu weniger Unfällen kam, ertranken im Monat Juni außergewöhnlich viele Menschen“, bilanziert die Präsidentin der

DLRG, Ute Vogt.

Mit mindestens 101 Todesfällen war der Juni der mit Abstand folgenschwerste Monat des Jahres. Nur 2003 zählte die

DLRG in einem Juni noch mehr Opfer. Die lang anhaltenden hohen Temperaturen führten zu einem starken Andrang

an den Gewässern. Gleichzeitig unterschätzten viele Menschen bestehende Risiken. Bezogen auf die unfallreichsten

Monate Mai bis August entfielen rund 43 Prozent der Todesfälle auf den ersten Sommermonat. Dazu Ute Vogt: „Das

ist ein Höchstwert. Ebenfalls auffällig ist, dass es im Juni zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Anstieg der

Unfallzahlen in den Gewässern gab.“

Junge Männer besonders gefährdet

Weiterhin stellt die DLRG einen erneuten Anstieg der Opferzahlen unter jungen Personen fest. Seit Jahresbeginn

ertranken bereits 88 Menschen zwischen elf und 30 Jahren. Das sind schon jetzt 15 Todesfälle mehr als im gesamten

Vorjahr. Jedes dritte Opfer bekannten Alters gehörte dieser Altersgruppe an, in der die Wasserretter zuletzt im

Gesamtjahr 2019 mehr tödliche Unfälle verzeichneten.

Mehr als 90 Prozent der verunglückten Elf- bis 30-Jährigen waren männlich. „Jugendliche und junge Männer gehen

häufig vermeidbare Risiken ein. Dabei spielen Leichtsinn, Selbstüberschätzung und mangelnde Schwimmkompetenz

eine wesentliche Rolle“, so die DLRG Präsidentin. Insgesamt waren bisher knapp 85 Prozent der Opfer bekannten

Alters männlich.

DLRG fordert mehr Aufklärung und Schwimmausbildung

Mehr Aufklärung kann dazu beitragen, die Zahl der Unfälle unter jungen Menschen zu senken. Gemeinsam mit

Partnern arbeitet die DLRG bereits daran, zu Beginn der nächsten Badesaison flächendeckend möglichst viele

Menschen direkt für die Gefahren beim Baden und Schwimmen zu sensibilisieren.

Damit knüpfen die Lebensretter an die Arbeit dieses Sommers an: „Unsere ehrenamtlich Engagierten im gesamten

Bundesgebiet haben ihre Bemühungen zur Aufklärung nochmals intensiviert. Die zusätzlichen Informationsangebote

wurden vielerorts gut angenommen. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Akteuren konnten wir sicher dazu beitragen,

dass im weiteren Sommerverlauf zumindest weniger Menschen ertranken“, resümiert Ute Vogt. Neben privaten

Initiativen braucht es aber auch mehr Aufklärung durch die öffentliche Hand. Beispielsweise sollte der Bund mit

nationalen Kampagnen zu mehr Sicherheit an den Gewässern beitragen.

Schulen spielen eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Badeunfällen. Dort sollten Wissen über Gefahren im

Wasser und ein fundierter Schwimmunterricht Hand in Hand gehen. Gerade das Schwimmen lernen kommt oft aber zu

kurz. „Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen flächendeckend deutlich mehr in die marodeSchwimmbadlandschaft und den schulischen Schwimmunterricht investieren. Andernfalls befürchten wir dauerhaft

höhere Opferzahlen unter jungen Menschen“, so Vogt.

Zahl der Todesfälle bei Senioren sinkt deutlich

Ein weiteres Drittel der Opfer bekannten Alters waren Menschen über 60 Jahre: 84 Todesfälle sind jedoch 24 weniger

als im Vorjahreszeitraum. Ähnlich verhält es sich bei den Ertrunkenen zwischen 31 und 60 Jahren: 69 Personen – und

damit 25 weniger als 2025 – verloren bis zum Ende des Sommers im Wasser ihr Leben.

Die meisten Todesfälle zählte die DLRG bisher in Seen und Teichen. 146 Opfer bedeuten vier mehr als im

Vorjahreszeitraum. In Flüssen und Bächen (103) ereigneten sich weniger Unglücke (2025: 120). Auch in Kanälen (+9)

sowie in den Meeren (+2) und in Schwimmbädern (+2) weist die DLRG Statistik aktuell eine höhere Zahl zu Tode

gekommener Personen aus.

Entgegen der bundesweiten Veränderung zum Vorjahr ertranken in Nordrhein-Westfalen (+16), Sachsen (+10),

Schleswig-Holstein (+4), Berlin (+3) und Rheinland-Pfalz (+2) mehr Menschen. In absoluten Zahlen ereigneten sich

die meisten tödlichen Unfälle in Bayern. Hier ertranken bis zum Ende der Sommerferien 61 Personen. Zum gleichen

Zeitpunkt des Vorjahres waren es 73. Insgesamt 24 Personen verstarben infolge von Unfällen mit Booten und

Wassersportgeräten wie Kajaks oder SUP-Boards.

Rettungsschwimmer verhindern hunderte weitere Unglücke

Vor allem in den Sommermonaten wären deutlich mehr Menschen ertrunken, wenn nicht Rettungskräfte und beherzt

handelnde Badegäste rechtzeitig eingegriffen hätten. „Allein unsere Rettungsschwimmerinnen und

Rettungsschwimmer befreiten erneut hunderte Personen aus Lebensgefahr im Wasser“, hob Ute Vogt hervor. Auch

künftig werden sie zur Stelle sein, denn die Zahl junger Menschen in der Nachwuchsausbildung wächst seit Jahren.

Für die Präsidentin der DLRG ist das ein wichtiges Signal: „Jede zusätzliche Rettungsschwimmerin und jeder

zusätzliche Rettungsschwimmer macht Deutschlands Gewässer ein Stück sicherer.“

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